365 TAGE ZWISCHEN LEUKÄMIE, ACHTERBAHN UND SONNENSCHEIN

Präventive Quälerei

Bestrahlungsmaske mit Gedicht

Die Maske, und die damit verbundene Kopfbestrahlung samt Nebenwirkungen, war das größte Trauma in den gesamten neun Monaten der Therapie. Gerade der erste Tag und die Anpassung einer Plastikmatte an mein Gesicht hat mich nachhaltig verstört. Dazu habe ich ein Gedicht verfasst:

Nicht vor, nicht zurück.
Es ist hell, die Augen zu.
So viel auf einmal.
Das Gesicht wird nass.
Feuchte, elastische Masse auf meiner Haut.
Kann ich atmen?
Ziehen und Drücken. Luft!
Helligkeit hinter geschlossenen Augen.
Öffnen wollen, aber nicht können.
Stimmen, die mit mir reden.
Ich kann nicht antworten.
Das Gesicht steif. Ich unbeweglich.
Herumdrücken an der Maske, vereinzelt Klebestreifen.
Die Maske trocknet, wird hart.
Schatten wechseln zwischen hell und dunkel.
Mein Körper in Bewegung.
Es wird dunkel.
Die Maske kalt und hart.
Niemand mehr zu hören.
Ich schlucke, will die Augen öffnen
– es geht nicht.
Um mich herum bewegt sich etwas.
Dann ich: ein Stück rauf, ein Stück runter.
Dunkelheit. Ich warte.
Wieder Bewegung um mich herum.
Ruckartig ein Stück rauf, ein Stück runter.
Helligkeit durch geschlossene Augen.
Stimmen kommen zurück.
„Das war’s auch schon!“
Von der Maske befreit, ich darf aufstehen.
Mir ist schwindelig, der Kopf drückt.

Die Bestrahlung selbst diente rein zur Prophylaxe!

Ergo auch die Ängste und Nebenwirkungen.

Die Maske war lange Zeit mein Hassobjekt. Jetzt ist sie nur noch Plastik und darf als Kunstwerk an der Wand hängen. Sie hat keine Macht mehr über mich und kann mich nicht mehr quälen.

♥︎ Den Beitrag zum Nachlesen gibt es hier :)

Die Kunst:

Präventive Quälerei

Details: 50 x 70 cm, signiert, gerahmt mit einem schwarzen Rahmen.

Preis: 1000,00 €

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