365 TAGE ZWISCHEN LEUKÄMIE, ACHTERBAHN UND SONNENSCHEIN

Gut durch die Krise kommen

Jeder Mensch ist anders und jeder Mensch geht mit Situationen anders um

Wir haben alle einen völlig anderen Ausgangspunkt, haben alle andere Sachen erlebt, wurden alle anders sozialisiert und jeder verpackt die Dinge, die ihm/ihr widerfahren, eben so, wie er/sie es im Laufe seines/ihres Lebens vorgelebt bekommen oder gelernt hat. Ich kann euch nur anhand meiner Geschichte erzählen, warum es mir – von außen betrachtet – vielleicht etwas leichter fällt, mit meiner Diagnose mental stabil und auch positiv umzugehen.

Vorweg: Ich war nicht immer so positiv. Ich hatte, wie viele auch, meine unangenehmen Erlebnisse während der Schulzeit, Körperwahrnehmungsstörungen in der Pubertät und auch noch weit darüber hinaus. Und zudem hatte ich eigentlich immer ein trauriges Gesicht.

Noch weit bis Ende 20 sah man mich meistens mit einem traurigen Gesicht. Ich war nicht traurig, aber mein Gesicht irgendwie schon. Es war ziemlich lästig, von allen darauf angesprochen zu werden und wiederholt den Satz zu hören: „Lächle doch mal“. Mittlerweile weiß ich, woher das traurige Gesicht kam: Ein schlaues Buch klärte mich über die Entwicklung von Babys auf und über die sogenannten Spiegelneuronen im Hirn. Babys können eben nur das lernen, was sie gezeigt bekommen. Sie spiegeln die ihnen zugewandte Person. Mein Vater verstarb als ich gerade mal sieben Monate auf der Welt war und von da an wurde ich meistens mit einem traurigem Gesicht und voller Mitleid angeschaut – von allen Seiten. Irgendwie klar, dass sich das zu meinem Naturell entwickelt hat. Je mehr mirdas bewusst wurde, umso mehr wollte ich mich davon lösen, denn von innen war ich nicht traurig. Um das Innere nach außen zu bringen, fing ich an, nach innen hin zu lächeln und mir stetig im Kopf zu sagen „Ich bin happy! Mir geht es gut! Das Leben ist schön!“. Es war/ist ein stetiger Prozess, aber er funktioniert. Es fühlt sich auch viel schöner an.

Aber wenn einem die Ursache nicht bekannt ist, kann man auch das Symptom schwer bekämpfen.

Was ich damit sagen möchte: Wir können unsere, ich nenne sie mal Altlasten auch ablegen und unsere Persönlichkeit formen. Egal, wie alt wir sind. Wir können uns bewusst dafür entscheiden, an uns zu arbeiten und das Beste aus uns selbst rauszuholen oder eben das, was wir verkörpern möchten. Wir müssen uns nur bewusst dafür entscheiden. An dieser Stelle zu sagen „Wir müssen nur wollen“ erscheint mir nicht greifbar genug. Das Unterbewusstsein ist schließlich der Ort, wo wir dieses neue Pflänzchen, diese bewusste Entscheidung einsetzen wollen und dort soll es wachsen und gedeihen.

Damit eben dieses Pflänzchen nicht zu schnell verblasst und in Vergessenheit gerät, helfen eigene kurze Merksätze (manche nennen sie Mantras oder positive Glaubenssätze), sogenannte Affirmationen, die man sich selbst ausdenkt und aufschreibt und regelmäßig, zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen als Start in den Tag, durchliest. Das Ziel dabei ist, unser Verhalten und unsere Gefühle dauerhaft zuverändern. Denn Denken, Fühlen und Handeln hängen wechselseitig zusammen und wenn ich meine Gedanken durch Affirmationen dauerhaft ändere, dann ändert sich nach einer Weile auch mein Verhalten und selbst meine Gefühle ziehen nach. Es funktioniert wirklich – ich bin der lebendige Beweis :)

Das gute Gefühl muss man nähren!

Anleitungen, wie man Affirmationen richtig formuliert, findet man reichlich im Internet. Hier auf meinem Blog finden sich immer mal wieder Affirmationen auf meinen Fotos, die für jeden Gültigkeit haben, wenn er/sie sich in ihnen wiederfindet.

Sharing is caring, also feel free
und feel good!

Und um wieder zum Anfang zu kommen:

Ja, jeder Mensch ist anders und jeder verarbeitet die Dinge, die einem widerfahren anders. Wir können oftmals nicht kontrollieren, was uns widerfährt, aber wir können uns bewusst dazu entscheiden, wie wir mit den Dingen umgehen wollen.