365 TAGE ZWISCHEN LEUKÄMIE, ACHTERBAHN UND SONNENSCHEIN

76 – Ich melde mich zurück

Liebes Leukämietagebuch

Manches will man auch nicht mitbekommen

Am 6. März sind seltsame Sachen passiert. Insgesamt waren die letzten Wochen kritisch, weswegen es stiller um mich wurde, aber mittlerweile (seit 2 Wochen ca. ) geht es mir schon viel besser.

Die erstmal letzte Lumbalpunktion zeigte keinen Ansatz mehr der Krankheit, aber gut ging es mir nicht. Ich blieb nochmals eine Woche im Spital: Hirnödym.

Das Hirn zeigt sich angeschwollen.

Ursache = zu viele Medikamente täglich, zu viel Chemo in den Wochen und Monaten zuvor.

Die Pillendosis wurde runtergeschraubt und es wird noch einige Wochen / wahrscheinlich leider Monate dauern, bis es abschwillt.

Ich war teilweise nicht fähig am Leben teilzunehmen. Unvorstellbar! Beinahe tägliche Kopfschmerzen, keine Konzentration (leider immer noch - zumindest die Kopfschmerzen), schlechter Schlaf, Ganzkörperlähmungen und oft verbunden mit Migräne und nicht reden können. Vieles an Kleinigkeiten überfordert mich schnell. Vieles muss ich wieder üben bzw. neu lernen.

Mittlerweile bin ich zu Hause und die Ärztin sagte auch, dass von der Leukämie wohl nichts mehr zu sehen wäre!
Es geht also voran! Ich kann es ja kaum glauben!! Im Spital sprachen sie übers “Überleben”, über "Leben oder Tod". Die Details, die ich überhaupt mitbekam, hab ich nicht wirklich mitbekommen bzw verdrängt. Es hatte mich dennoch verstört.

Ich bin sehr dankbar, dass seit der Transplantation am 15. Dezember, meine Mutter nach Wien gekommen war und meine Schwester sie am 20.3.22 abgelöst hat, damit ich nicht total aufgeschmissen zu Hause bin!
Essen zubereiteten, Aufräumen, Lebensmittel bestellen. Zu Vielem, bin ich ja weiter nicht wirklich fähig. Und auf mich aufpassen, sobald ich einen Taubheitsanfall bekomme, denn dann muss ich am richtigen Ort bzw. zur richtigen Zeit sein. Mein Gang ist zudem sehr schwankend, wegen der Taubheit und allgemein wegen dem schlechten und schwachen, körperlichen Zustand. Aber es wird langsam besser!

Ja, ganz offiziell ist: ich bin 60 % behindert und das die nächsten 5-6 Jahre, oder vielleicht auch weniger, wenn ich fleißig weiter Koordination und Mentalübungen übe. 

Aber ja: nehmen wir das Leben wie es kommt! Alles wird gut!