365 TAGE ZWISCHEN LEUKÄMIE, ACHTERBAHN UND SONNENSCHEIN

73 – Erste Tage im AKH

Liebes Leukämietagebuch

Eine Achterbahn, wie eh und je

Seit Freitag bin ich nun im AKH. Der erste Tag war noch sehr anstrengend: nüchtern bleiben ab 5:00 Uhr, zurechtfinden, viele Fragen, viele Fragen beantworten, viele Untersuchungen, ZVK mit diesmal 5 Schläuchen reinoperiert bekommen (diesmal gab es Narkose), auspacken, einräumen und endlich mal hinlegen. Die Prellung tat durch das Tragen des Koffers, die vier Stockwerke runter, sehr weh und zur Station rauf, in den 21 Stock, schob mich ein Träger im Rollstuhl. Gehen ging nicht mehr. Ein langer Tag und ich war froh am Ende endlich im Bett zu liegen.

Samstag und Sonntag waren, wie üblich in Spitälern, sehr ruhige Tage. Ich habe meine Chemo bekommen, bin dazu täglich für 23 Stunden an Flüssigkeit angeschlossen und muss den langen Schlauch überallhin mitnehmen und im Zimmer, am Kühlschrank oder am Fernseher aufhängen, damit er nicht auf den Boden fällt. Dreck, Keime und mein baldiges Immunsystem, das im Keller sein bzw nicht mehr vorhanden sein wird, muss vorsichtig sein. Aber ansonsten habe ich mich vom Freitag erholt und etwas eingelebt. Ich muss sagen, die Küche ist von Speisen nahezu identisch zum Wilhelminenspital, jedoch sind die Sachen besser und schmackiger gewürzt. Ja und der Ausblick erfreut mich jeden Tag!

Die Chemo und weiteres läuft noch heute und morgen und dann sind erstmal ein paar Tage Ruhe.

Meine Schwester, mein Backup, ist gestern Abend extra aus Berlin angereist, um heute erste Untersuchungen im AKH machen zu lassen und muss wieder um 15:00 Uhr am Flughafen sein. Leider darf sie mich ohne fertiges PCR-Testergebnis nicht im Zimmer besuchen. Gehtseuch impfen!!

Allerdings sind meine Blutwerte sehr gut und ich durfte für eine halbe Std raus zu ihr. Es war sehr schön und tat sehr gut sie drücken zu können (sie bekam Schutzkleidung) und mit ihr 20 min verbringen zu dürfen.