365 TAGE ZWISCHEN LEUKÄMIE, ACHTERBAHN UND SONNENSCHEIN

59 – Ich bin eine Baustelle

Liebes Leukämietagebuch,⁣

Es war wohl wirklich "nur" eine Migräne.

Gestern blieb glücklicherweise das MRT sauber und auch die Neurologin erklärte meinen Ausfall am letzten Freitag als eine sehr grobe Migräneattacke. Begründung sei die typische und nacheinander folgende Symptomatik. Erst war der Arm taub, dann kamen die Sprachstörungen.⁣

Heute ließ ich meine Augen untersuchen, denn seit jenem Freitag, vielleicht auch schon seit längerem, aber da ist es mir besonders aufgefallen, habe ich einen blinden Fleck im rechten Auge. ⁣
Alles was ich fokussiere sehe ich nicht bzw. erscheint stattdessen ein schmieriger Fleck. Das unklare Sehen ist sehr anstrengend und führt mitunter zu Kopfschmerzen. Sicherlich ist es auch ein möglicher Faktor für Migräneattacken. Lesen und schreiben sind momentan leider sehr anstrengend.⁣

Wie sich herausstellte ist dieser blinde Fleck eine Einblutung auf dem Sehnerv. Zu allem Übel sind auch beide Augen betroffen, jedoch ist es links weniger schlimm. Die Theorie der Augenärztin: Die Chemotherapie ist schuld. Na no na.. ⁣

Derweil ist die Einblutung auf beiden Seiten nicht so schlimm, dass man intervenieren müsste und vielleicht bildet sich alles selbst zurück, was ich sehr hoffe. Somit stehen die Augen momentan nur unter Observation. Sollte es sich verschlimmern, werden Spritzen notwendig. Genau: Spritzen in den Glaskörper des Auges. Allein bei der Vorstellung wird mir übel 🤮⁣

Na ja und so bin ich heute zu so hübschen Teddyaugen gekommen.⁣
Ganz ehrlich?! So langsam reicht es mir mit den Baustellen.

Ich hoffe euch gehts allen besser als mir!⁣