365 TAGE ZWISCHEN LEUKÄMIE, ACHTERBAHN UND SONNENSCHEIN

27 – Sturm im Kopf

Liebes Leukämietagebuch⁣

Die harte Phase hat mich eingeholt

Seit Freitag kämpfe ich gegen einen widerwärtigen Sturm im Kopf, der höchstwahrscheinlich eine Nebenwirkung, der Kombination Bestrahlung und Lumbalpunktion, ist. Hinzugekommen sind taube Finger, die mich bei der täglichen Kommunikation sehr einschränken und eine Übelkeit, der ich Samstag bereits mehrmals nachgeben musste. Ich bin auf dem Peak – soviel ist klar. Aber von hier aus, kann es nur noch besser werden.

MONTAG

Angenervt, von dieser sehr undynamischen Gesamtsituation, kommt mir ein Heißhunger nach einen Iced Mocha, wie es ihn im Café Costa auf Zypern, letztes Jahr, gab. Mit Schokosauce und lecker Eis – Hauptsache kalt!

Den Kopf kühlen, das ist momentan das einzige was ich machen kann. Vielleicht ist ja das Gehirn geschwollen, durch die Bestrahlung, und macht mir deshalb das Bewegen zum Horror. Möglich wäre es. Das CT war jedenfalls unauffällig. Wenigstens das. ⁣
Auf einer Skala von 1-10 war ich Freitag und Samstag bei 8, gestern bei 7 und jetzt bei 5,5. Besserung in Sicht.⁣

Nur nicht die Sicht verlieren. Samstag gabs sogar sowas wie Morphium. Da war ich kurz damisch. Fand ich nicht gut, auch wenn es bissl half.. ⁣

DIENSTAG

Gegen diesen bestialischen Kopfschmerzen habe ich hochdosierte Koffeintabletten bekommen und finde nun keine Ruhe. ⁣Der Kopfschmerz ist nicht weg, nein. Es ist geringer, ja. Mittlerweile kann ich auch was anderes tun, als nur liegen. Aber eine Freude ist es nicht, alle zwei Minuten auf die Uhr zu schauen, ob schon etwas Zeit vergangen ist. ⁣

Und ja, diese Hitzewallungen waren natürlich nie weg. Bloß, damit das keiner glaubt. ⁣
Und die Heißhungerattacken sind auch nach wie vor präsent. ⁣
Aber die Cafeteria hat hier auch wieder geöffnet und eine Pizza wird mir bald aufs Zimmer geliefert.
Dann heißt es Kalorien gegen Koffein!