365 TAGE ZWISCHEN LEUKÄMIE, ACHTERBAHN UND SONNENSCHEIN

22 – Typischer Spitaltag

Liebes Leukämietagebuch,

Heute gab es die Bettperspektive.

 

Mein Tag startete früh, diesmal ohne Sport, dafür mitviel Aufregung vor der anstehenden Lumbalpunktion (Nadel die durch die Wirbelin den Nervenkanal fährt, um dort Nervenwasser abzuzapfen und Chemo rein zu spritzen, damit die Leukämie nicht auf mein Hirn übergeht).

Der Appetit hielt sich heute beim Frühstück wegen der Chemobedingten Übelkeit in Grenzen und die Kopfbestrahlung fand recht kurzfristig nach dem Frühstück statt und war, zu meiner Freude, wieder recht flott vorbei (3 min unter der Maske).

Nach langem, nervösen Warten auf die Lumbalpunktion, die sich dann erst kurz vor Mittag ereignete, weil den Ärzten mein Badaufenthalt und danach viele andere Patienten dazwischen kamen, durfte sich die angestaute Aufregung und Anspannung nach Vollendung des Eingriffs liegend im Bett endlich auflösen. Ich hatte es wieder geschafft und war einfach nur heilfroh.

Die Schwester kam alsbald mit der Chemo und nach 1,5 Stunde war ich fertig für den Tag. Fixfertig sogar. Das Mittagessen wurde, trotz aufkommender Übelkeit, gegessen, weil ich wusste, dass mein Körper es braucht und dann ging es zurück ins Bett liegen. Oder doch erst sitzen, weil esim Liegen mit der Übelkeit nach dem Essen nicht so gescheit war.

Aber dann folgte bald liegen, ruhen, schlafen. Der Tag zog an mir vorbei und wirkte so richtig wie ein echter Spitaltag.

Ich freue mich auf morgen, wo ich dann nur eine Chemo bekomme und sonst nichts, und hoffe auch wieder spazieren gehen zu können und auch generell etwas lebendiger zu sein, damit mein Tag mit mehr als nur dem Thema „Spital“ gefüllt wird.

Aber ja: Auch solche Tage gehören dazu.